Chan Mi Gong

Chan Mi Gong ist Meditation in Bewegung.
Es ist Ruhe in der Bewegung und Bewegung in der Ruhe.

Chan Mi Gong ist eine besondere, ursprünglich aus dem Himalaya stammende Form des Qigong. Das Wort „Chan“ bedeutet „Zen“ (Meditation) und „Mi“ steht für „geheim“. Chan Mi Gong kann also mit „Geheimes Zen Qigong“ übersetzt werden.

Es ist ein sanfter Übungsweg, der über die äußere und innere Bewegung zu tiefer Ruhe, Stabilität und wachsender Lebens-Kraft und -Freude führt.

Die dritte Basisform

Ein weiches, achtsames Schwingen der Wirbelsäule steht im Mittelpunkt. Die weichen und fließenden Wirbelsäulenübungen werden so ausgeführt, dass sie unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand geübt werden können.

Die Übungen sind leicht zu lernen und führen schnell zu einer tiefgreifenden Entspannung.

Das Innere Lächeln

Das Innere Lächeln hat im Chan Mi Gong nochmals einen besonderen Stellenwert und führt zu mehr Bewusstheit und „heiterer Gelassenheit“.

Chan Mi Gong ist nicht dogmatisch, es ist Lust und Freude, Loslassen und Hingabe. Es ist wie ein chinesischer Tanz des Lebens und wie eine Rückkehr zum Ursprung in sich selbst.

„Wahrhaft Großes ist nie kompliziert!“
Zhi Chang Li, chinesischer TCM-Arzt und Qi Gong-Meister

Die Verbindung zum Himmel

Hintergrund-Wissen:

Ende der achtziger Jahre wurden diese Übungen erstmalig in China von Liu Han Wen (1923–2004) in dem Buch „Chinas Chan Mi Gong“ veröffentlicht. In klarer, einfacher Form entwickelte Liu Han Wen aus den Überlieferungen diese Qi Gong-Methode, die sowohl den tiefen spirituellen Hintergrund als auch die hohe Heilkraft dieser Übungen erfahrbar werden lässt.

Die Einfachheit der Chan Mi Gong-Übungen und ihre unmittelbare Wirkung gewinnen zunehmend an Bedeutung in unserem westlichen Kulturkreis, der geprägt ist von Leistungsanforderung, wachsendem Druck und Überforderung.

So hat sich Chan Mi Gong auch bei Erschöpfungssymptomen und anderen psychischen Blockaden bewährt. Eine schmerzlindernde und heilende Wirkung wird dieser Qi Gong-Form auch bei rheumatischen Erkrankungen, MS und Krebs zugeschrieben.

Warum Chan Mi Gong so wirkungsvoll sein kann, ist rein wissenschaftlich noch nicht erklärbar. Tatsache ist, dass durch das Üben dieser einfachen Methode wieder eine tiefe Entspannung möglich wird, die uns in Kontakt mit unserem Inneren bringt – ohne Wertung, Selbstkritik oder Leistungsdruck, in der wir die eigene Selbstheilungskraft wiederentdecken.

In den drei Grundbewegungen, Yong Dong (Wellenbewegung), Bai Dong (seitliches Pendeln) und Niu Dong (spiralförmige Drehbewegung), lernt man das Qi in der Wirbelsäule zu aktivieren und bewusst zu führen. Die vierte Bewegung ist die Kombinationsbewegung „Ru Dong“, eine fließende Verbindung der drei ersten Bewegungen, auf der sich weitere, zum Teil komplexere Übungen zur Stärkung, zum Ausgleich und zur Vermehrung des Qi sowie Übungen zur Qi-Aufnahme und Qi-Abgabe und Praktiken zur Diagnose und Behandlung aufbauen.

Die Bewegung, die anfangs von der Vorstellungskraft geführt wird, soll ohne Kraft und Anstrengung erfolgen. Mit der Zeit werden die Bewegungen immer natürlicher und geschmeidiger. Dies tritt ein, wenn das Qi ungehindert fließt. Umso sanfter man übt, umso mehr Qi kommt in Bewegung. So wird das Üben auf der körperlichen Ebene auch ein Üben der energetischen und geistigen Ebene.

Durch den angeregten Qi-Fluss können sich auch blockierte Körperstrukturen lösen. Im Üben vertraut man auf die Weisheit des Körpers und der Weisheit des Qi. Mit fortschreitender Übungspraxis verlagert sich die Wahrnehmung immer mehr auf den inneren Prozess. Emotionale Muster und gedankliche Konditionierungen werden wahrgenommen, kommen an die Oberfläche und werden durch kontinuierliches und sanftes Üben nach und nach aufgelöst.

Das Hineinhorchen und Wahrnehmen gibt uns die Möglichkeit, unsere „Spannungsfelder“ kennenzulernen. Erst wenn wir spüren, wo wir zu sehr angespannt sind, können wir Spannungen abbauen – und wenn wir uns bewusst sind, was wir festhalten, können wir auch entscheiden, was wir loslassen. Die Basisübung des Chan Mi Gong lässt genau dieses erfahren.

Das Loslassen geschieht, es ist ein Prozess des Geschehen Lassens und nicht aktives Tun. Was dem vorausgeht ist „Fang Song“. Dies heißt übersetzt so viel wie „aktives Entspannen“.

Siegel der Chan Mi Gong Gesellschaft

Das Siegel ist eine Kalligrafie von Großmeister Liu Han Wen und wurde der Chan Mi Gong Gesellschaft in Europa übertragen. Der Inhalt des Kreises bedeutet Chan – Tiefenmeditation. Der Kreis selber steht für Einheit. Durch Tiefenmeditation in die Einheit. Eins werden mit dem Kosmos, der Erde, dem Himmel. Die aus dem Kreis herausragenden Enden bedeuten Kontakt aufnehmen mit der Unendlichkeit.

Als eigenständiges QiGong -System wurde Chan Mi Gong von Liu Han Wen (1923 – 2004), QiGong-Großmeister veröffentlicht. Es gelang ihm in klarer, einfacher Form diese sehr alten und hohen Übungspraktiken und ihren spirituellen Hintergrund auch für Nichteingeweihte erfahrbar zu machen.

„QiGong gehört nicht nur den Chinesen, sondern allen Menschen dieser Welt“  Liu Han Wen